Hier möchte ich kurz auf die Geschichte des Kaffees und seine Ausbreitung in der Welt eingehen.
Danach möchte ich noch ein paar Worte zur heutigen Verbreitung, den wichtigsten kaffeeproduzierenden Ländern
und der Bedeutung für die Wirtschaft verlieren.
Der Ursprung des Kaffees
Man nimmt an, das Kaffa (eine Provinz in Äthiopien) das Ursprungsland des Kaffees ist, denn dort wurde er bereits im neunten Jahrhundert erwähnt. Im 14. Jahrhundert gelangte der Kaffee wahrscheinlich durch Sklavenhändler nach Arabien, wo er jedoch, wie angenommen wird, erst Mitte des 15. Jahrhunderts geröstet und gertrunken wurde. Mit dem Aufstieg des osmanischen Reiches, erfreute sich das Getränk immer größerer Beliebtheit. Die ersten Cafés kamen in Persien auf.
1517 soll der Kaffee das erste mal in Istanbul aufgetaucht sein, wo dann 1554 das erste Kaffeehaus Europas eröffnet wurde. Von da an verbreiteten sich die Cafés über den gesammten Kontinent.
Anbau und Ernte
Grob lassen sich sechs Kaffeesorten unterscheiden. Die Arabica-Bohne hat weltweit den größten Marktanteil von ca. 60 Prozent. Sie ist vor allem durch ihren aromatischen Geschmack so beliebt und ist auch für Espressomaschinen geeignet. Als nächstes wäre die Robusta-Bohne zu nennen, die ca. 36 Prozent der Weltkaffeeproduktion ausmacht. Besonders die Kaffeebauern dürften diese Sorte zu schätzen wissen, denn sie hat im Vergleich zur Arabica eine kürzere Reifezeit und ist zudem widerstandsfähiger. Die Robusta hat einen ca. doppelt so hohen Koffeingehalt wie die Arabica. Dann wären noch die Sorten Excelsa, Stenophylla und Maragogype zu nennen, die den Rest des Kaffeemarktes stellen. Als teuerste und seltenste Kaffeesorte der Welt gilt übrigens der Kopi Luwak aus Indonesien. Er wird aus Bohnen zubereitet, die zuvor von Schleichkatzen gefressen und wieder ausgeschieden wurden, wodurch sich die Geschmackseigenschaften des Kaffees verändern.
Kaffeepflanzen brauchen ein ausgeglichenes Klima. Das heißt: keine Temperaturextreme, ausreichend Niederschläge, kein Frost und keinen starken Wind. Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, liegen die Anbaugebiete in der Nähe des Äquators, zwischen den Wendekreisen der Sonne. Hier wird Arabica-Kaffee ungefähr in einer Höhe von etwa 600 bis 1200 Metern angebaut. Dadurch entstehen die besonders hochwertigen Hochlandkaffees. Robusta-Kaffee wird in etwas tieferen Lagen (ca. 300 bis 800 Meter) angebaut.
In den meisten Anbaugebieten wird einmal im Jahr geerntet, in manchen auch zweimal. Die Ernte erfolgt von Hand oder mit Hilfe von Maschinen. Da die Bohnen an ein und der selben Pflanze unterschiedliche Reifegrade aufweisen können, erzielt man eine höhere Qualität, wenn man selektiv, also nur die jeweils reifen Früchte erntet.
Nun werden die Bohnen aufbereitet (das heißt, vom Fruchtfleisch getrennt), gereinigt und bei hochwertigen Kaffees auch nochmal nach Größe und Qualität sortiert, um dann schließlich geröstet zu werden. Hellere Röstungen ergeben hierbei einen etwas sauren und weniger bitteren Geschmack. Dunkle Röstungen lassen den Kaffee leicht süßlich und bitter schmecken.
Wirtschaft
Kaffee ist (nach Erdöl) das zweitwichtigste Handelsprodukt der Welt. Die wichtigsten kaffeeproduzierenden Länder waren 2005 Brasilien mit 2.179.270 Tonnen, gefolgt von Vietnam (990.000 Tonnen) und Indonesien (762.006 Tonnen). Die bedeutensten Abnehmerländer sind die USA, Frankreich, Deutschland, Italien und Japan. In Deutschland nimmt der Staat jedes Jahr ca. eine Milliarde Euro aus einer zusätzlichen Kaffeesteuer ein.